„Wir setzen unsere Gebete in betendes Handeln um.“ So lautete eine der Fürbitten, die am vergangenen Freitag, 6. März, aus Anlass des Weltgebetstags in vielen Gottesdiensten auf der ganzen Welt gebetet wurde.
Erstmals wurde dieser ökumenische Gottesdienst für die beiden Stadtteile Aich und Neuenhaus in unserem Kirchengebäude Neuenhaus gefeiert. Vorbereitet und durchgeführt wurde er von evangelischen und neuapostolischen Gemeindemitgliedern, unter Leitung der evangelischen Pfarrerin Christine Walter-Bettinger vom Pfarramt Aich-Neuenhaus.
Der Weltgebetstag 2026 hatte Nigeria zum Thema, das mit über 240 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichste Land Afrikas. Die einführende Landesvorstellung übernahm Apostel i.R. Volker Kühnle. Als Apostel betreute er unter anderem über 18 Jahre auch die neuapostolische Schwesterkirche in Nigeria. Aufgrund seiner vielfältigen Erfahrungen und Erlebnisse stellte er anschaulich Land und Leute vor und stimmte durch Aufzeigen von Schwierigkeiten, aber auch Einfallsreichtum und Überlebenswille der in Nigeria lebenden Menschen, auf den Gottesdienst ein.
Das Motto des diesjährigen Weltgebetstags „Kommt! Bringt eure Last.“ nimmt Bezug auf den von Frauen aus Nigeria ausgewählten Bibeltext aus dem Matthäusevangelium, Kapitel 11Verse 28 bis 30: „Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen sei! Ich will euch erquicken. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht“ (Einheitsübersetzung). Pfarrerin Christine Walter-Bettinger veranschaulichte diesen Bibeltext sehr eindrucksvoll, indem sie zwei an einem Joch hängenden Körbe mit Sorgen und Nöten vor den Altar trug. Im Verlauf der von Frauen aus Nigeria erarbeiteten Liturgie konnten dann alle Teilnehmenden den beim Ankommen erhaltenen Stein symbolisch für persönliche Sorgen und Lasten vor dem Altar niederlegen.
Zwei Geschichten aus dem Leben nigerianischer Witwen brachten einen weiteren beeindruckenden, teilweise auch bedrückenden Eindruck vom Leben in diesem großen Land. Lieder mit Texten in englischer Sprache wie auch in verschiedenen Stammessprachen trugen zu einer berührenden Atmosphäre des Gottesdienstes bei.
Die Kollekte in Höhe von 554,50 EURO kommt Frauen- und Mädchenprojekten auf der ganzen Welt zugute. So beispielsweise der Arbeit des „Centre for Caring, Empowerment and Peace Initiatives“ (CCEPI). Diese Organisation im Norden Nigerias bietet von Entführung und anderen kriminellen Übergriffen betroffenen Frauen und Mädchen Schutzräume, an denen sie sicher sind und medizinische Hilfe, sowie auch juristischen Beistand und psychosoziale Unterstützung erhalten, um ihre Traumata zu verarbeiten. Das ermöglicht ihnen neue Perspektiven für ihre persönliche Zukunft. Oder ein Projekt in Chile. Ein wichtiger Pfeiler dieser Arbeit, hauptsächlich bei der indigenen Gruppe der Mapuche, ist die Wiederbelebung der indigenen Pflanzenheilkunde, die zur Selbstfürsorge und zur Behandlung kranker Familienmitglieder eingesetzt wird.