Der „Wonnemonat“ Mai beinhaltete für uns neuapostolische Christen mit dem Wechsel im Stammapostelamt an Pfingsten dieses Jahres einen besonderen Höhepunkt. Auch in seiner letzten Predigt vor seiner Ruhesetzung unterstrich Stammapostel Jean-Luc Schneider nachdrücklich die Bedeutung der einen Kirche Christi, deren sichtbarer Teil alle Getauften darstellt, die an Jesus Christus glauben und ihn als Gott und Herr bekennen.
Getragen von dieser gemeinsamen Grundüberzeugung feierten evangelische, katholische und neuapostolische Gläubige aus dem Ökumenebereich Aichtal/Harthausen auch zwei ökumenische Gottesdienste im Mai. Wurde der an Himmelfahrt bei den Sieben Linden bei Harthausen vorgesehene Gottesdienst wegen des kühl-regnerischen Wetters in der katholischen Kirche Maria, Hilfe der Christen in Grötzingen gefeiert, konnte der Gottesdienst am Pfingstmontag beim ökumenischen Wegzeichen an der Aich bei strahlend blauem Himmel im Grünen erlebt werden.
Zum Gottesdienst in der „Kirche im Grünen“ begrüßte Pfarrvikar Augustine William Asante alle Mitfeiernden herzlich. Pfarrer Holger Hörnle lud in seiner Predigt ein, sich ganz persönlich mit „Himmelfahrt“ zu befassen. Dazu verwies er auf Menschen, die „in den Himmel“ wollen und zu ihrer Ergötzung den sich einsetzenden, kostspieligen Weltall-Tourismus nutzen. Aber auch auf Astronauten und Kosmonauten, die von ihren Weltraumflügen berichten – und die Frage nach Gott und seiner Existenz sowie der Relevanz für uns Menschen je nach Einstellung und Prägung unterschiedlich beantworten. Nachdenklich stimmte sein Zitat des deutschen evangelischen Theologen Gerhard Ebeling (1912-2001): „Nicht wo der Himmel ist, ist Gott, sondern wo Gott ist, ist der Himmel“.
Der Posaunenchor Harthausen unter Leitung von Ute Wille-Besch trug durch seine stimmungsvolle, teilweise mitreißend-fetzige musikalische Mitgestaltung trotz der wetterbedingten Einschränkung zur fröhlichen Stimmung des Gottesdienstes bei.
„Vielfalt der Sprachen – Einheit im Geist“ – dieses Leitmotiv kann über den ökumenischen Gottesdienstes an Pfingstmontag gesetzt werden. Dieser wurde musikalisch schwungvoll vom Bläserensemble der Neuapostolischen Kirche mitgestaltet. Pfarrerin Christine Walter-Bettinger machte gleich zu Beginn ihrer Predigt durch eine Abfrage unter den Gottesdienstteilnehmern bewusst, wie Sprachen unser Leben mitprägen. Bestand das damalige Pfingstwunder maßgeblich mit darin, dass Menschen aus unterschiedlichen Sprachräumen die Pfingstpredigt in der je eigenen Sprache hörten (vgl. Apostelgeschichte 2), sind wir alle aufgefordert, die frohe Botschaft des Evangeliums von Jesus Christus in heute verständlicher Sprache weiterzutragen – und ebenso um Verständigung untereinander besorgt zu sein. Wunder können auch dabei immer neu erlebt werden! Die Kollekte des Gottesdienstes in Höhe von 361 € kommt dem Jugendpräventionsprojekt „War´s das?!“ des Arbeitskreises Leben Nürtingen-Kirchheim e.V. zugute.