Am vergangenen Mittwochabend hatten unsere Religionskinder aus Nürtingen und Oberboihingen etwas Besonderes geplant. Nach einem gemeinsamen Pizza-Essen im Unterrichtsraum wurde nochmal geübt, um nach dem Gottesdienst die Glaubensgeschwister mit einer kleinen Aufführung zu erfreuen.
Als Einstieg wurde die Geschichte von Kalli, dem Octopus, vorgelesen. Dieser lebte in einem Aquarium auf einem Fischerboot und beobachtete das Treiben an Bord. Dort herrschte keine gute Stimmung. Die Fischer waren sich gegenseitig nicht wohlgesonnen. Es gab tagein tagaus Streit. Eines Tages war es der Kapitän leid. Er steuerte eine Insel an. Unter einer Palme mussten die Fischer graben. Sie fanden eine Schatzkiste. Allerdings waren darin keine Goldstücke zu finden, sondern das „Gold des Lebens“. Was war damit gemeint?
Die Kinder führten in einem kurzen Vortrag aus, dass jede menschliche Gemeinschaft für ein gutes Zusammenleben eine Basis an Grundwerten benötigt, die alle teilen, sozusagen ein allgemeingültiges moralisches Prinzip. Dieses muss nicht erst gefunden werden, es existiert in nahezu allen Religionen und Kulturkreisen seit sehr langer Zeit. Man nennt es „die Goldene Regel“. Am bekanntesten ist sie in der Formulierung „Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem andern zu.“ Es gibt auch die positive Formulierung, die Jesus in der Bergpredigt verwendet: „Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen!“ Matthäus 7,12.
Das besondere an der Goldenen Regel ist, dass sie einfach zu verstehen ist und sofort in die Tat umgesetzt werden kann. Sie wendet sich an Vernunft und Gewissen und ist weltanschauungsneutral. In der Praxis kann sie aber doch herausfordernd sein, da sie von uns verlangt, dass wir uns in den anderen hineinversetzen. Wir werden aufgefordert, den ersten Schritt zu tun und dem anderen einen Vertrauensvorschuss zu geben. Und das, ohne zu wissen, ob der andere unseren ersten Schritt würdigt.
Die abschließende Botschaft unserer Kinder war: Die Goldene Regel gibt uns Hoffnung!
Die fünf Mädels und Jungs haben das Thema sehr einfühlsam vorgetragen und wurden mit großem Applaus belohnt - die Gemeinde war begeistert.
Am besten, wir alle fangen gleich mit der Umsetzung an, denn es ist Zeit, Gutes zu tun!