Am Sonntag, den 2. Juli 2023, versammelten sich die Kinder des Bezirkes Nürtingen zu einem besonderen Kinder-Gottesdienst (KIGO) in Bad Urach, denn es war ein Gottesdienst zum Gedächtnis an die Entschlafenen.
Eine Teilnehmerin berichtet:
Als Eingangslied sangen wir gemeinsam aus unserem „Kommt stimmt mit ein“- Liederbuch Nummer 35. Bezirksältester Peter Kromer diente den Kindern mit dem Bibelwort aus Johannes 15, Vers 12:
„Das ist mein Gebot, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch liebe.“Unser MUKI-Kinderchor hat den Gottesdienst mit dem Lied „Selig sind, die den Frieden stiften“ musikalisch begonnen. Die Kinder wurden gefragt, warum in Bad Urach auf dem Alter eine Kerze brennt. Diese wird zu jedem Gottesdienst entzündet und dies seit Februar 2022. Ein Symbol der Friedensstiftung.
„Woraus besteht der Mensch?“ wurden die Kinder gefragt. Der Körper wurde sofort genannt. Hierzu sagte der Bezirksälteste, diesen sieht und spürt man, es gibt unterschiedliche Menschen, die groß oder klein, sanftmütig oder aggressiv sind, um einige Beispiele zu nennen. Dieser Körper ist vergänglich.
Den Geist und die Seele, welche ebenfalls zu unserem Körper gehören, sehen wir nicht, sind aber da, und gehören zum Gesamtbild. Diese „Teile“ des Körpers sterben nicht, und wo sie sich nach dem Tod befinden, ist ein Geheimnis unseres himmlischen Vaters.
Im Hinblick auf das Lied des MUKI, sagte unser Ältester, dass wir uns untereinander lieben sollen, keinen Streit haben mögen, keine Gewalt gegenüber jemanden, den man liebhat. Wie sollen wir jemanden lieben und Gutes tun an jemand, den wir nicht mehr sehen, der keinen Körper mehr hat? Was empfindet man dabei?
- Schwere Trauer/ Trennungsschmerz
- Angst/es fehlt jemand
- Den man nicht gemocht hat oder der einem Böses getan hat
Hierin können wir uns in der Nächstenliebe üben, einander nichts nachtragen -> Frieden stiften heißt auch vergeben. Frieden gibt Sicherheit.
Was können wir diesen Seelen tun? Wir können für diese beten, niemandem etwas nachtragen, ihnen von Jesus erzählen. Wir Kinder können für andere Kinder, welche schon die Erde verlassen haben, beten, sie im Geiste an die Hand nehmen und sie somit zu Jesus führen, damit sie den lieben Gott finden.
Gott liebt uns so, wie wir sind, und wir sollen uns untereinander ebenso ohne Streit oder Ärgernis ebenso lieben. Wie sollen wir dies tun? Wo fange ich an? Für wie viele Seelen soll ich beten? Bezirksältester Kromer sagte, wir sollen für alle beten, nicht nur für den Einzelnen, somit können wir unseren Frieden finden und es wird niemand vergessen.
Es soll kein Tabuthema sein, den Seelen in der Ewigkeit die Hand entgegenzustrecken und diese Seelen zum Gnadenaltar einladen. Vor allem die Kinder wissen, was in den Köpfen anderer Kinder vorgeht, was sie evtl. denken, was sie fühlen.
Sei ein Licht wie eine Kerze, die einen Raum erhellt, so der abschließende gute Rat vom Bezirksältesten.
Nach dem Gottesdienst kamen die Kinder in den Gruppen für die Grundschüler und für weiterführende Schulen zusammen und erarbeiteten sich das Gehörte.
In der Gruppe der Grundschüler wurde gefragt, welches Bespiel die Kinder aus der Bibel kennen. „Der barmherzige Samariter“ wurde schnell genannt. Drei der Grundschüler erzählten nochmals die Begebenheit. Der Samariter hatte mehr getan als er musste/sollte. Er hat dem Nächsten geholfen, hat Nächstenliebe gelebt. Die Kinder wurden gefragt: „Wer ist unser Nächster?“ Antworten wie Gott, Jesus, Freund/Freundin, Bruder/ Schwester, Bäcker, Mama und Papa, Oma und Opa, Nachbar, Lehrer, aber auch denjenigen, welchen man nicht mag.
Des weiteren wurde die Frage gestellt: „Was braucht der Nächste?“ Hilfe, Pflaster/ Verband, Krankenwagen, Trost, Geld, bei einem Streit schlichten, etwas Nettes sagen, waren hier die Antworten Diese Antworten wurden auf vorbereitete Puzzleschnipsel aufgeschrieben und mussten zusammengesetzt werden. Es entstanden dann zwei Herzen.
Bei einem Vorspiel - ein Vorhang trennte die beiden Akteure - wollten die Betreuerinnen den Kindern veranschaulichen, wenn man jemanden nicht sieht und dieser um Hilfe bittet, dass man dem Kind „Hilfe“ anbietet, indem man jemanden anderen bittet, Hilfe zu holen. Der hilflosen Person Mut machen, gut zureden.
„Was hat dieser Vorhang mit euch gemacht?“ wurden die Kinder gefragt. Man sieht nicht, wer Hilfe benötigt, muss sich auf eine unbekannte Situation einstellen/einlassen. So ist es auch mit den Lieben in der Ewigkeit: wir sehen sie nicht und können dennoch für sie da sein und beten. Das Wissen im Herzen, da ist jemand, für den wir da sein können, welchem wir mit unserer Nächstenliebe helfen können.
Auch die Großen, ab Klasse 5, erarbeiteten sich das Thema Nächstenliebe „Alles, was ihr wollt, dass euch die anderen tun, das tut ihr ihnen auch“, hören wir in der Bergpredigt. Der Tenor aus dieser Bibelstelle: die Kinder sollen erkennen, dass das, was sie sich wünschen, auch anderen zusteht. Es sollte im Gleichgewicht sein, dass, was man selbst erwartet, auch bereit ist, dies zu tun.
Die Nächstenliebe von Jesus wurde anhand von Beispielen wie „der barmherzige Samariter“ und der „Fußwaschung“ veranschaulicht. Jesus ist und war Vorbild in der Nächstenliebe, er hat den Menschen gedient. Die Kinder durften auf Kärtchen ihre Wünsche oder auch, was sie sich nicht wünschen, aufschreiben. Eine Zusammenfassung: ich will ein positives Verhältnis zu anderen haben, ich lehne Fremde nicht ab und akzeptiere das Anderssein, ich will dazu beitragen, dass es dem anderen gut geht. Ich will helfen, soweit ich dies kann. Ich bin bereit zu teilen. Ich sehe nicht nur auf meinen eigenen Vorteil. Hierzu hat uns der liebe Gott das Gebot der Nächstenliebe gegeben.
Wer Jesus als seinen Freund betrachtet, setzt dies in seinem Tun und Handeln gegeben über anderen um.
Als Abschluss verwöhnten sich die Kinder mit einer Massage gegenseitig.
Auch unsere Konfirmanden fanden sich dann noch zum Unterricht zusammen.