Nach rund sechsmonatiger Umbauzeit konnte am Samstagabend, 10. Oktober, das Kirchengebäude in Aichtal wiederbezogen werden.
Während der Umbauzeit feierte die Gemeinde die Gottesdienste in unserem Kirchengebäude in Filderstadt-Sielmingen, das am 11. November profaniert werden soll. Die Umbaumaßnahmen im Gebäude in Neuenhaus waren notwendig geworden, um den veränderten Anforderungen aufgrund der im letzten Jahr erfolgten Integration der Gemeinden Neckartenzlingen und Filderstadt-Sielmingen gerecht zu werden. So wurde insbesondere der Eingangsbereich baulich verändert und vergrößert sowie eine behindertengerechte Toilette eingebaut. Außerdem wurde der kleine Saal im Untergeschoss durch den Einbau einer Küche sowie eines Abstellbereichs für Gemeindeaktivitäten optimiert. Dies kommt auch den zwei evangelischen Frauengruppen zugute, die sich nach der Aufgabe des evangelischen Gemeindehauses in Neuenhaus regelmäßig hier treffen.
Dem Gottesdienst, der vom Gemeindevorsteher Priester Thorsten Strobel geleitet wurde, lag das Bibelwort aus Offenbarung 4,11 zugrunde, in dem Gott als Schöpfer und Herr über alles gepriesen wird. Vor dem Gottesdienst stimmte das Gemeindeensemble die Gemeinde auf das Fest ein, das durch den Einzug der Geistlichen mit der Heilgen Schrift sowie den Abendmahlsgefäßen und des Gesangbuchs einen feierlichen Auftakt erfuhr. Zu Beginn seiner Predigt dankte der Gemeindevorsteher allen am Umbau Beteiligten und drückte seine Freude aus, dass Aichtal noch bunter geworden sei. Dies zeige sich besonders auch am neuen kunstvollen Kreuz aus der früheren Kirche in Neckartenzlingen an der Altarrückwand, wie auch an der neuen Bestuhlung des Kirchenraums durch rote Stühle. Das „Bunte“ der Schöpfung Gottes schließe alles Geschaffene ein, also nicht nur Menschen in ihrem unterschiedlichen Wesen und ihrer verschiedenartigen Disposition, sondern auch die Vielfalt aller Geschöpfe. Den Reichtum der Vielfalt in der Gemeinde betonte auch der stellvertretende Gemeindevorsteher Priester Stefan Joas in seinem Predigtbeitrag.
Nach dem Gottesdienst unterstrich die evangelische Pfarrerin Christine Walter-Bettinger in ihrem Grußwort das in der Predigt Gehörte und führte aus: „Es sind nicht allein die Räume. Es sind die Menschen, die darin zusammenkommen. Es sind die Gespräche, die hier geführt werden, die Sorgen, die geteilt werden, das Lachen, das erklingt, und die Gemeinschaft, die entsteht. Es ist die Gastfreundschaft, die aus einem Gebäude ein Zuhause auf Zeit macht – einen Ort, an dem Menschen spüren dürfen: Hier bin ich willkommen. Hier darf ich sein, wie ich bin.“ Mit dem Hinweis „Ein gastfreundliches Haus erkennt man nicht daran, wie schön die Tür ist, sondern daran, wie weit sie offensteht“ bedankte sie sich für die erlebte Gastfreundschaft und übergab als Zeichen der Dankbarkeit einen von einem „Häfner“ (Einwohner von Neuenhaus) in „Häfner“ (alter Begriff für Neuenhaus) aus „Häfner-Ton“ gestalteten Luther-Krug.
Bei Fingerfood und Getränke erwies sich die neue „Begegnungsfläche“ im Eingangsbereich als gut geeignet für freudige Begegnungen und lebhafte Gespräche.